„Wer so intelligent ist, muss seinen Alltag doch im Griff haben.“ Diesen Gedanken haben viele – auch viele hochbegabte Menschen über sich selbst.
Dabei sind kognitive Leistungsfähigkeit und die Fähigkeit, sich im Alltag zu organisieren, zwei ganz verschiedene Dinge. Das eine ist Denkvermögen. Das andere sind die sogenannten exekutiven Funktionen: planen, anfangen, Prioritäten setzen, dranbleiben.
Komplexe Probleme ja, Wocheneinkauf nein
Vielleicht kennst du das: Du löst komplizierte Aufgaben im Handumdrehen. Aber die Steuererklärung oder der Wocheneinkauf fühlen sich an wie die Besteigung des Mount Everest.
Das liegt nicht an mangelndem Willen. Es liegt an der Steuerung der Handlungsplanung – und die hat mit Intelligenz wenig zu tun.
Wenn alles gleichzeitig wichtig ist
Hochbegabung geht oft mit einer intensiven Reizaufnahme und einer schnellen Assoziationsfähigkeit einher. Das Gehirn sieht nicht den nächsten Schritt, sondern hundert Schritte gleichzeitig – mit allen Varianten, Risiken und Abzweigungen.
Das kann zu einer Art „Analyse-Paralyse“ führen: Weil alles gleichzeitig relevant erscheint, fällt es schwer, Prioritäten zu setzen und einfach anzufangen. Wer dann noch den Anspruch hat, es gleich perfekt zu machen, kommt oft gar nicht erst ins Tun.
Viele hochbegabte Menschen haben außerdem früh gelernt, dass ihnen vieles zufliegt. Strategien für Dinge, die Mühe machen, mussten sie nie entwickeln – und stehen im Erwachsenenalter dann plötzlich ohne da.
Nicht klüger planen, sondern leichter anfangen
Es geht nicht darum, „noch klüger“ zu planen. Dein Kopf plant ohnehin schon mehr als genug. Es geht darum, Strategien zu finden, die den Einstieg erleichtern und die gedankliche Last senken:
- Den nächsten Schritt festlegen – nur den. Nicht das ganze Projekt durchdenken, sondern den einen konkreten Handgriff, mit dem es losgeht.
- „Gut genug“ definieren. Vorher festlegen, wann etwas fertig ist – bevor der Perfektionismus übernimmt.
- Gedanken parken. Ideen und Abzweigungen aufschreiben, statt ihnen sofort zu folgen. Sie gehen nicht verloren und halten dich trotzdem nicht auf.
- Langweiliges bündeln. Routineaufgaben in einem festen Zeitfenster erledigen, idealerweise mit Musik, Podcast oder in Gesellschaft.
Im Coaching bauen wir Brücken zwischen deinen Ideen und ihrer Umsetzung – so, dass sie zu deinem Kopf passen.